Progress: Who, when and most of all why?

Germany's latest high-speed train at Berlin Central Station.

Sehe unten für die deutsche Version dieses Artikels. / See below for the German version of this article.

“is defined as a change in condition – mostly understood in a positive way. Progress and innovations promote each other,“ as Wikipedia puts it. For me it means stress relief. While on a high-speed train ride, using a mobile device, which I paid online, I find the best connection to Tokyo. It only takes me seconds to book, after which I can lean back again. Whether health, finances or as mentioned mobility – most resources are exhaustible. Therefore, I’m always glad to see them being used more efficiently ( after all I am just an economist and the son of an entrepreneur). Politically, where the Junge Liberale are concerned, this means considering public private partnerships (PPP), comprehensive financing from the level of the United Nations to local level and ways which shouldn‘t be a problem in a country allegedly separated from the church. Being against PPP because a single project had negative results? Tolerating abortions but being against stem cell research, because that’s of course is murder. When it comes to the simple excuses uttered by those responsible, I feel I’m being taken for a fool. As if anyone who didn’t hit their head hard against a wall, would be content with those answers. I’m able to ignore or avoid these blockades, but others become defiant at the ballot box, rebel physically or are sceptic when solutions by third parties appear.

As we are in competition on all levels mediocrity shouldn’t be our goal. Instead, progress should be our creed. Whether it is 5G in Estonia, euthanasia in Belgium or autonomous driving in Switzerland: you don’t even need to leave Europe to see the countries that outcompete Germany. And these aren’t even countries with higher budgets, better developers or more open societies than ours. Someone from Romania mentioned to me that even though her country is moving forward, other countries are doing so even more. We cannot remain content with having the Euro, being able to travel to many countries without visa and being better off financially than France. Germany’s domestic market is becoming too small. Thanks to imminent and far-reaching digitalization in addition to bursting coffers, Germany has the chance to make a significant leap. Sometimes I wish decision makers would really take responsibility, instead of refusing new opportunities almost reflexively.

Because others don’t lay in the sun we have to make an effort to lead the way. Whether it’s level 5 autonomous driving (besides setting the destination and turning on the system, no human intervention is necessary), contactless payment via NFC, power stations fuelled by algae, OLED, Gbit/s internet or experiments with embryos – the distance to the runner-up matters. I enjoyed reading about digitalization, traffic and bureaucracy in the coalition agreement of my state, Nord Rhein-Westphalia – with FDP as partner – it was like eating a wagyu filet.

When it comes to campaigning, that means being authentic. In my electoral district we’re thinking about two-sided election posters in A0 size with QR codes and the popular chairman of my party on one side, and the local candidate on the other one. Being accessible when it’s blood moon, the wind blows from southwest and roses smell sweet – hell no. And the next PR officer, who thinks he could lean back because of all the sceptic press coverage of the FDP won’t get pure grace of charity. Especially during the months before elections, the motto for liberals must be: There are no strings on me.

Christoph Liesen is always ready for international relations. He also takes a keen interest in digitalization & the automotive industry. You can reach him at c.liesen@gmx.de.

** deutsche Version**

Fortschritt: Wer, wann und überhaupt wieso?

„bezeichnet eine -zumeist im positiven Sinne verstandene- Änderung eines Zustandes. Fortschritt und Innovationen begünstigen einander.“ meinte schon Wikipedia. Für mich bedeutet es Entspannung: Durch ein mobiles Gerät, das ich online bezahlt habe, sehe ich die beste Verbindung nach Tokio, buche sie während einer ICE4-Fahrt und kann mich wieder zurücklehnen. Ob Gesundheit, Finanzen oder wie hier hauptsächlich Mobilität -die meisten Ressourcen sind erschöpflich und werden knapper, sodass ich mich stets über höhere Effizienz bezüglich eines sinnvollen Zieles freue (bin halt Unternehmersohn und dann auch noch Betriebswissenschaftler). Politisch und auf JuLi-Gebiet bezogen bedeutet das Öffnung für Öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP), übergreifende Finanzierung von UN- bis Kommunalebene und Wege, die in einem von der Kirche angeblich getrennten Staat kein Problem mit ersterer sein sollten. Gegen ÖPP sein, weil ein Projekt ohne Vergleich auch negative Ergebnisse hatte? Abtreibungen tolerieren aber gegen Stammzellenforschung sein, weil das ja Mord sei. Oder aber -mein persönliches Highlight- auf Bundesebene Schulen im Ausland für Ausländer finanzieren, aber auf nationaler Ebene nicht darunterliegende Ebenen unterstützen, weil die Gesetzeslage nicht passt. Bei der Anzahl und Simplizität von Ausreden seitens der Verantwortlichen käme ich mir im aktuellen Jahrhundert für dumm verkauft vor. Als ob ich mich oder jemand anderes, der ebenfalls nicht hart gegen eine Wand gelaufen ist, damit abfinden würde. Ich bin noch in der Lage solche Blockaden auszuhebeln oder mich nicht mit ihnen befassen zu müssen, aber andere werden in ihrem Wahlverhalten trotzig, rebellieren physisch oder sind skeptisch, wenn Lösungen von Dritten in Reichweite kommen.

Da wir auf allen Ebenen im Wettbewerb stehen und Mittelmaß nicht unser Anspruch sein sollte, ist Fortschritt das Licht, unter dem alle Bereiche stehen sollten. Ob 5G in Estland, Sterbehilfe in Belgien oder autonomes Fahren in der Schweiz: Man brauch nicht mal Europa verlassen und sieht die Konkurrenz, die nicht immer mehr Budget, bessere Entwickler und offenere Gesellschaften hat. Eine Rumänin meinte in einer internationalen Runde, dass ihr Land zwar Fortschritte machen würde, aber andere Länder ebenso oder gar mehr. So dürfen wir uns nicht darauf ausruhen, dass wir den Euro haben, viele Länder visafrei bereisen können und bei den Finanzen besser als Frankreich aufgestellt sind. Deutschland ist kein ausreichender Binnenmarkt mehr und wird es immer weniger. Dank umgehender & tiefgreifender Digitalisierung sowie prallen Geldsäcken haben wir die Chance, einen signifikanten Sprung zu tätigen. Bei Zeiten wünsche ich trägen Entscheidern den eigenverantwortlichen Umgang mit Themen, sodass sie nicht sobald sie Neues hören, geradezu reflexartig absagen.

Weil andere auf die gleichen Züge springen, liegt es an uns, sich an die Spitze zu setzen. Ob autonomes Fahren der Stufe 5 (Außer dem Festlegen des Ziels und dem Starten des Systems ist kein menschliches Eingreifen erforderlich.), kontaktloses Bezahlen via NFC, Algenkraftwerke, OLED, Gbit/s-Internet oder Versuche an Embryonen -auf den Abstand zu den Zweitplatzierten schaut der Abnehmer. Es ging mir runter wie Wagyu-Filet, als ich im NRW-Koalitionsvertrag von Digitales, Verkehr und Bürokratie las.

Für den Wahlkampf heißt das: Authenzität walten lassen. In meinem Wahlkreis denkt man über zweiseitige A0-Plakate mit QR-Codes sowie Lindner auf der einen, den lokalen Kandidaten auf der anderen Seite nach. Erreichbarkeit, wenn Blutmond ansteht, der Wind von Süd-Süd-West kommt & die Rosen durften -hell no. Und der nächste PR-Verantwortliche, der meint, sich wegen der angeblich FDP-feindlichen Presse die Füße schaukeln zu können, bekommt nicht nur Nächstenliebe ab. Vor allem während der Monate vor Wahlen muss für Liberale gelten: There are no strings on me.

Christoph Liesen (25), ist für Internationales allzeit zu haben und ist programmatisch bei Digitalisierung sowie Automobiles zuhause. Ihr erreicht ihn unter c.liesen@gmx.de.

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